So, wieder zurück in Christchurch. Heiko ist mittlerweile schon längst wieder in Deutschland. Für mich heißt’s, die letzten drei gemeinsamen Wochen auf der Südinsel endlich einmal zusammenzufassen, in der kurzen Zeit haben wir ja doch so Einiges gesehen und erlebt.

Church of the Good Shepard
Nach einer Übernachtung in Beachside Sumner (Marine Bar & Backpackers), einem ganz netten Vorort von Christchurch, geht’s nochmals zum Lake Tekapo, vielleicht scheint ja dieses Mal die Sonne dort…

Lake Tekapo

Die Kiwis setzen selbst ihren Hunden ein Denkmal...
Weiter geht’s zum Mt. Cook Nationalpark, wo wir zunächst ein wenig auf dem Tasman Gletscher (oder zumindest da, wo er mal war) rumklettern und später durch das Hooker Valley spazieren. Der Track ist jedoch nach der zweiten Swingbridge gesperrt (irgendwie hatten wir das Hinweisschild am Eingang übersehen, hätten ruhig auch ein größeres Schild aufstellen können
), so dass wir uns den Hooker Glacier leider nicht mehr anschauen können.

Tasman Glacier

Auf, auf...
Heute übernachten wir auf der Buscot Station, einer Schaf- und Rinderfarm in der Nähe von Twizel (Omarama). Überrascht haben uns die deutsch-englischen Hinweisschilder überall. Tony spricht relativ gut Deutsch, was er sich größtenteils selbst und durch Gespräche mit seinen vorwiegend deutschen Gästen (scheint, als stünde die Farm wohl in jedem besseren deutschen Reiseführer) beigebracht hat. Auch wenn wir den Abend zu der Musik von Andre Rieu (übrigens eine WDR-Aufzeichnung) verbringen müssen (volle Lautstärke, versteht sich von selbst), haben wir während unserer ganzen Zeit auf der Südinsel dort für schlappe 45 Dollar eigentlich das beste Zimmer.
Tony selbst hat die Leitung der Farm mittlerweile an seine Söhne und deren Geschäftspartner abgegeben und kümmert sich überwiegend nur noch um das „Hostel-Geschäft“ oder gelegentlich auch mal um ein paar von der Mutter verstoßene Lämmer, die er dann von Hand aufzieht.
Zudem haben wir das große Glück und können auf der Farm die Schafscherer bei ihrer Arbeit beobachten. Einmal im Jahr rücken für zwei Wochen die Schererkolonnen an, dann heißt es für 6000 Schafe, Haut (manchmal) und Haar zu lassen. Tony lässt sich dann auch nicht die Gelegenheit nehmen, uns im Anschluss auf eine ausgiebige Farmtour einzuladen, während der er uns nicht nur sämtliche Aspekte der Farmarbeit erläutert, sondern auch ganz nebensei seine doch eher sehr kritische Sichtweise auf Neuseeland’s Land, Leute und insbesondere auf die neuseeländische Innenpolitik darlegt (wen wundert’s da noch, dass Tony mit dem Gedanken liebäugelt, eines Tages in die Schweiz auszuwandern, weil da ja alles viel viel besser sei…).

Blick aus unserem Zimmer...
In Wanaka suchen wir vergeblich den Rob Roy Track und begnügen uns schließlich mit einer kürzeren Wanderung am See entlang. Abends nervige Zimmersuche in Queenstown und das allererste Mal in ein Hostel ein- und gleich wieder ausgecheckt (Bungi Backpackers). In der Aspen Lodge finden wir dann letztendlich doch noch ein schönes Zimmer.

Wanaka
Von Queenstown aus wäre ich gerne den Routeburn Track gelaufen, der ist jedoch wegen möglichen Schneelawinen gerade gesperrt. Unser Ersatzprogramm besteht aus einer Fahrt zum Skigebiet des Coronet Peak (uih, toller Kunstschnee
), einem Spaziergang durch das kleine, aber feine nahegelegene Arrowtown sowie einer Fahrt mit der Skyline Gondola auf den Queenstown Hill und von dort aus weiter mit dem Sessellift zur Lugebahn, wo wir gleich zweimal (nach der Anfängerpiste müssen wir natürlich gleich auch die für Fortgeschrittene ausprobieren
) mit dem Luge (wohl am ehesten mit einer etwas schnelleren Sommerrodelbahn vergleichbar) den Berg bis zur Gondelbahn Station wieder runter fahren.

Skyline Gondola und Canyon Swing

Queenstown's Shotover River mit historischer Brücke

Auf dem Queenstown Hill
Im Moment fühlen wir uns beide nicht so wirklich fit, Heiko’s Rücken hat mit den für Neuseeland wohl typisch weichen Matrazen zu kämpfen und ich schlag mich immer noch mit der Erkältung aus Lake Tekapo rum, da nützt alles nix, ein heißes Whirlpool-Bad in den Onsen Hot Pools muss am nächsten Vormittag erst mal her… (hm nö, keine Fotos
).
Gut erholt geht es weiter nach Manapouri, Nähe Te Anau, wo wir die nächsten Tage in einer von Jimmy’s (Freestone Backpackers) kuscheligen Blockhütten verbringen.

Für unseren kleinen Ofen...

...hackt sich das Holz leider nicht von alleine. Ganz klar Männersache.
Von Te Anau durchs Fjordland zum Milford Sound: Der Weg ist das Ziel oder einfach nur die längste Sackgasse der Welt (120 km).

Milford Sound

Milford Sound

Mitre Peak

Lustige Keas bewachen den Parkplatz...
Spontan entschließen wir uns doch noch zu einer Bootstour durch den Sound, nur leider will heute kein Boot mehr ablegen. Statt dessen laufen wir kurz zum Aussichtspunkt für den Mitre Peak und begeben uns dann so langsam wieder auf den Rückweg nach Manapouri.
Am nächsten Tag sind wir sportlich und laufen ein Stück (28 km!) des Kepler Tracks (Contral Gates bis Mt. Luxmore Hut). Der Aufstieg zum Mt. Luxmore war (geb’s ja zu) schon ziemlich anstrengend, hat sich für die Aussicht auf den Lake Te Anau und die umliegenden Gebirgsketten aber definitiv gelohnt.

Kepler Track - In über 1000 m Höhe liegt hier sogar noch (echter) Schnee

Für die Aussicht hat sich die Mühe definitiv gelohnt und die Sonne kommt auch noch heraus.

Jep, wir haben's tatsächlich geschafft....
Zurück in Queenstown übernachten wir natürlich wieder in der Aspen Lodge. Die Inder aus England, die wir bei unserem letzten Aufenthalt dort bereits kennengelernt haben, sind auch noch da (und werden uns im Laufe der nächsten Tage auch noch ein paar Mal über den Weg laufen).
Nachmittags entschließen wir uns zu einer Fahrt mit dem Jetboat auf dem Shotover River.

Startklar für meine mittlerweile zweite Jetboat-Fahrt

Damit Ihr eine ungefähre Vorstellung habt, wie so 'nen Teil eigentlich aussieht...
Quad fahren wir auch…

Bereit für unsere Quad-Tour...
… auf geht’s durch Matsch, Schlamm und noch mehr Matsch!
Bin zumindest nirgends stecken geblieben
Nicht vom vielen Wandern bergauf und bergab, nein, vom Quadfahren bekomme ich den übelsten Muskelkater…

Die Anfänger brauchen nen bißchen länger den Berg hoch (der kleine Fleck da, seht Ihr mich?), andere sind da etwas schneller...
Wir fahren weiter zum Fox Glacier Village, wo wir zunächst einmal einen „Ruhetag“ einlegen wollen, den wir beide mittlerweile bitter nötig haben.

Galway Beach

- Die Neugierde siegt dann doch…
Während Heiko in aller Ruhe die kleinen Stinker beobachtet, lasse ich mich munter von lästigen Sandfliegen zerstechen (ja, es ist nicht alles Gold, was in Neuseeland glänzt!).
Ausgestattet mit dicken Socken, Lederstiefeln, Steigeisen und Wanderstock ging es am nächsten Morgen erst mal 800 Stufen rauf auf den Fox Gletscher, wo wir sogar noch roten Sand aus Australien „bewundern“ durften. Der Sandsturm hat’s möglich gemacht.

Fox Gletscher

Tja, und so sieht's oben drauf aus...

In voller Montur
Wir wären gerne noch ein Stückchen höher geklettert, wo eben alles auch noch ein bißchen weißer ist, allerdings sieht die Halbtagestour, die wir gebucht hatten, dies nicht vor, obwohl wir (und auch der Rest unserer Truppe) gerne auf ein paar der unzähligen Pausen verzichten hätten.
Weiter geht es die Westküste hoch Richtung Punakaiki, wo wir unterwegs erst einmal feststellen dürfen, dass selbst die Polizei hier mehr als freundlich ist. Statt Führerscheinentzug lässt sich sogar noch eine akzeptable Geldstrafe heraushandeln
. In Punakaiki übernachten wir im Ti Nikau Retreat (trotz Hausdrachen uneingeschränkt zu empfehlen) und verbringen die nächsten Tage auf unserer Busch-Terasse, denn nach zwei Wochen traut sich die Sonne endlich einmal richtig raus…

Pancake Rocks

Dito
In der Nähe von Waitako finden wir eine schöne Unterkunft am Golden Bay (The Innlet), wo wir auch wieder auf die Inder, die wir ja noch aus Queenstown kennen und auch unterwegs immer mal wieder irgendwo gesichtet haben, treffen. Es gießt in Strömen, so dass wir unsere zwei Tage hier ziemlich relaxt auf dem Sofa und vor dem Kamin verbringen. Am Abend zieht es uns in die Dorfkneipe „Mussel Inn“, wo wir, wie soll es anders sein, Muscheln essen und uns zur Live-Musik der „Hottentotts“ mühevoll durch die Liste an selbstgebrautem Bier arbeiten ….

Sonnenuntergang am Farewell Spit
Mittlerweile sind wir in Marahau angekommen und wollen eigentlich eine Kajak-Tour durch den Abel Tasman Nationalpark starten. Es gießt jedoch immer noch in Strömen, so dass wir unser Vorhaben schweren Herzens aufgeben und uns, früher als geplant, weiter auf den Weg nach Kaikoura machen.
In Kaikoura probieren wir das Bad Jelly Backpackers aus, ebenfalls ein ganz tolles, kleines aber feines Hostel. Es will einfach nicht mehr aufhören zu regnen, was unsere Laune nicht gerade hebt. Bei dem Wetter gibt es leider auch nicht allzu viel zu tun, außer im Regen durch den Ort zu spazieren…
Zurück in Sumner lassen wir es uns bei einem leckeren Abendessen noch einmal richtig gut gehen, bevor Heiko am nächsten Morgen nach drei Wochen Neuseeland wieder in den Flieger Richtung Heimat steigt















